Archive für 18.3.2007

Anfang

Hallo liebe Leser,

ich möchte mich kurz vorstellen:

Ich bin 1964 in Horheim geboren und meine Eltern gaben mir den Namen Thomas. Doch nicht nur den Namen gaben sie mir, sondern sie legten mir auch meinen späteren Beruf praktisch in die Wiege.

Mein Vater und meine Mutter arbeiteten bei der Bahn, auch drei meiner Onkel und ein Cousin waren Eisenbahner. Wir wohnten nie weiter als 100 Meter vom Gleis entfernt und auf die Welt kam ich etwa 30 Meter davon. Was anderes sollte aus mir werden als ein Eisenbahner?

Doch damit war es nicht genug, auch mein Schwiegervater, dessen Bruder und deren Vater waren Kollegen.

Angefangen habe ich bei der Bahn als “Jungwerker”, eine Art Praktikum das zwei Jahre dauerte. In dieser Zeit lernte ich die vielen Facetten der Bahn, vom Fahrkartenschalter über Gepäck- und Güterdienst, Rangierdienst, Signal- und Bahnmeisterei bis zur Lok- und Wagenwerkstatt kennen.

Auch nach dieser Ausbildung arbeitete ich in verschiedenen Berufen. Zuerst als Gepäckarbeiter und in der Güterabfertigung, danach als Rangierer, als Schrankenwärter und dann bei der Bahnmeisterei. Vor der Bundeswehr durfte ich mich noch als Vermessungsgehilfe am zweigleisigen Ausbau der Strecke Basel - Waldshut beteiligen. Nach der Bundeswehr wurde ich zum Zugbegleitdienst versetzt wo ich - in wechselnden Dienststellen von Singen bis Freiburg - auch heute noch als Zugführer und Prüfer tätig bin.

In diesem Blog werde ich in unregelmäßigen Abständen meine Erlebnisse bei, meine Meinung über und Neuigkeiten von der Bahn beschreiben.

Ich hoffe es gelingt mir diese Seiten informativ und lesenswert zu gestalten.

Zugstreichungen

Das Land Baden-Württemberg, eines der reichsten Länder unserer Republik, will sparen, und das wieder einmal auf Kosten der Allgemeinheit. Dazu sollen zum Sommerfahrplan 2007 Streichungen des Zugangebotes vorgenommen werden. Näheres dazu finden Sie unter folgendem Link:

http://www.kristalle.org/db/fahrplan2007.htm

Wehren auch Sie sich gegen eine Einschränkung Ihrer Mobilität…

Einstellung des Fahrscheinverkaufs im Zug

Eine von den meisten meiner Kollegen mit Ablehnung bedachte Maßnahme, wird voraussichtlich zum Fahrplanwechsel am 10.06.2007 in Baden-Württemberg eingeführt, nämlich dass im Zug absolut kein Fahrscheinverkauf mehr stattfindet. Dies auch in täglich begleiteten Zügen.

Da wir Zugbegleiter/Prüfer gehalten sind, diese Maßnahme mit aller Härte durchzuführen ist es ratsam, sich vor der Fahrt nochmals zu vergewissern, ob man wirklich einen gültigen Fahrschein bei sich hat.

Bei Reisenden die bei der Kontrolle keinen gültigen Fahrschein vorweisen können müssen wir dann wie folgt verfahren:

Bis zum nächsten Halt müssen wir den doppelten Fahrpreis, mindestens 40 € verlangen.
Den Fahrpreis für die Weiterfahrt müssen wir zzgl. eines Zuschlages bar erheben.
Kann oder will der Reisende den Fahrpreis für die Weiterfahrt nicht bar bezahlen, müssen wir ihn von der Fahrt ausschließen.
Will der Fahrgast den Zug am nächsten Halt nicht verlassen, müssen wir ihn wegen Hausfriedensbruchs anzeigen :-(

Und das macht ein Unternehmen das sich mit Einführung des Projektes “KiN” auf die Fahnen geschrieben hat, Dienstleister Nummer eins in Europa werden zu wollen…

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