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Nochmal Lokführerstreik

Samstag, Oktober 6th, 2007

Heute war es also mal wieder so weit, bei der Bahn wurde gestreikt.
Doch den größeren Schaden richtete meines Erachtens die Bahn selbst an indem sie ohne Not den Notfallfahrplan durchzog.
Die Bahn wusste doch, dass von 8:00 Uhr bis 11:00 Uhr gestreikt wird und hätte dies so berücksichtigen können, die Kunden konnten dies nämlich auch.
Und selbst wenn der Streik länger gegangen wäre – wir sind doch Meister im Improvisieren. Wie oft kommt es vor, dass Züge wegen umgefallener Bäume, herabgerissener Oberleitungen, technischer Defekte an Lok, Wagen oder der Signaltechnik oder wegen Suizid ausfallen. In allen diesen Fällen werden ad hoc-Entscheidungen getroffen und irgendwie geht es immer weiter.
Ich will ja meinem Brötchengeber nichts Böses unterstellen, aber auf diese Weise kann man auch ganz prima herausfinden, mit welchem Minimalangebot man gleichviele Menschen befördern und somit einen höheren Gewinn einstreichen kann. Man muss ja nur beteuern, dass es nicht anders ging und eigentlich ja auch die böse GdL mit ihrem Streik daran Schuld hat.

Womit wir auch schon beim zweiten Teil meines heutigen Eintrages wären:

Was ist denn das nur für eine Gewerkschaft?
Vor der gerichtlich verordneten Friedenspflicht bis zum 30.09.07 sagte der Vorsitzende Manfred Schell, dass es keine Ankündigungen von Streiks mehr geben werde, sondern dass Streikmassnahmen unangekündigt durchgeführt werden. Eine meiner Kundinnen sagte, dass es doch ein Blödsinn sei, Streiks vorher anzukündigen, da die Wirkung von unangekündigten Streiks doch viel größer sei.
Und dann streikt man selbst nach so langer Zeit des Hinhaltens durch den Arbeitgeber der nebenbeibemerkt keine Sekunde zögert wenn es darum geht, sich selbst den „Lohn“ zu erhöhen, wieder nur drei Stunden um sich dann beruhigt ins Wochenende zu begeben und den nächsten Streik für mitte nächster Woche anzukündigen gleich garniert mit der Aussage, dass man über die 31% vielleicht ja doch nochmal reden könnte. Dies ganz ohne irgendwelche Anzeichen des Entgegenkommens des Arbeitgebers…
Noch etwas stört mich an der GdL (obwohl ich kein Mitglied bin) – die Werber in meinem Verkehrsbetrieb werden nicht müde zu behaupten, dass sich die GdL auch für die Belange der Zugbegleiter stark machen will. Nun sind wir aber schon aus den Verhandlungen raus und müssen nun auch noch lesen, dass die GdL uns über kurz oder lang garnicht mehr in der Gewerkschaft haben will (siehe auch http://de.internationalism.org/node/1498).
Bin ich denn nur Beitragszahler (würde ich mich fragen)  oder Notnagel um während des Streiks einen Zug mehr am Fahren zu hindern?
Wo sind die Arbeitnehmervertreter die Rückgrat haben und sich von einem Herrn Mehdorn und einer Frau Suckale nicht so schnell so klein machen lassen wie die Herren Hansen und Schell?

Zuletzt muss ich auch die Gerichte kritisieren:
Jeder (außer wir Beamten) hat das Recht zu streiken und die Gerichte haben die Aufgabe Recht zu sprechen. Was fällt diesen Richtern eigentlich ein, die Arbeitnehmer in ihren Rechten zu beschneiden?
Die Eisenbahner können nichts dafür, dass das Unternehmen in dem sie arbeiten, so im Rampenlicht steht und bei dem so viele Menschen betroffen sind, wenn es mal nicht so läuft wie es soll. Sie haben aber – wie alle anderen auch – das Recht ordentlich bezahlt zu werden und unter menschlichen Bedingungen zu arbeiten. Dafür zu kämpfen darf meines Erachtens kein Gericht der Welt verbieten!

Wenn ich etwas zu sagen hätte…

Samstag, Oktober 6th, 2007

Wie Sie sicherlich schon gemerkt haben, gehen mir sehr viele politische Entscheidungen – besonders aber die, die mit unserem Eigentum zu tun haben – zur Zeit ganz schön auf den Zeiger.

Als erstes möchte ich die Privatisierung der verschiedensten Bereiche nennen, die wir tagtäglich brauchen:
Post, Telekommunikation, Wasser/Abwasser, Energie, Abfallentsorgung und nun die Bahn. Das alles sind Dinge des täglichen Bedarfs die – aus meiner Sicht – in staatliche Hand gehören, weil den Privatunternehmen ihr Profit wichtiger ist als
a.) Arbeitsplätze zu erhalten und ordentlich zu bezahlen und
b.) die Interessen der Kunden

Die Bürgermeisterin von Stühlingen brachte es mal mit den Worten auf den Punkt:“Wenn Privatisierung bedeutet, dass die Leistung für den Kunden immer geringer, der Preis aber höher wird, dann werde ich in meinem Zuständigkeitsbereich auf weitere Privatisierungen verzichten!“

In einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter anlässlich der Gewerbeschau in Klettgau sagte diese, dass sie sich mehr Einfluss der Politik auf die Bahn wünschen, der Aufsichtsrat dies aber verhindern würde. Hierzu möchte ich sagen, dass – würde ich einen Verwalter (Politiker) für mein Eigentum (und das ist die Bahn zu einem Teil) und dieser einen Aufsichts- und einen Verwaltungsrat einsetzen der meinem Verwalter den Zugriff auf mein Eigentum verwehrt – ich alle, Verwalter, Verwaltungs- und Aufsichtsrat mit einem Tritt versehen in die Wüste schicken würde!

Wie aber läuft es wirklich?

Herr Mehdorn bekam eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit der Begründung, dass sich dadurch die Verhandlungen (bezüglich der Privatisierung) mit dem Eigentümer (Ihnen und mir) einfacher gestalten würden.
Auf gut Deutsch bedeutet das, dass wir einfacher über den Tisch gezogen werden können!

Wenn ich also etwas zu sagen hätte, würde ich Privatisierungen von staatlichen Aufgaben rückgängig machen und weitere verhindern!

Diesbezüglich werde ich demnächst eine Petition an den Bundestagsausschuss senden. Wenn es soweit ist finden Sie die Petition unter http://www.petitionen.net

Ich würde verbieten, dass sich jedermann Aktien kaufen kann. Zum Kauf von Aktien wären bei mir nur noch Gruppen zugelassen, die an langfristigen Gewinnen interessiert sind:
Banken, Versicherungen und Arbeitnehmer der jeweiligen Betriebe. Auf Heuschrecken die die Unternehmen nur ausrauben um sie und die Belegschaft dann quasi wegzuwerfen kann jeder verzichten. Ohne Not werden wegen dieser Individuen jährlich zigtausend Arbeitsplätze vernichtet nur damit die Reichen noch reicher werden. Gleichzeitig rühmen sich Politik und Wirtschaft dann damit, dass Arbeitsplätze (dieses mal aber im Billigsektor) neu geschaffen wurden, was den Profit von anderen Heuschrecken erhöht.

LKW Fernverkehr:

Es gab einen Film der Deutschen Bundesbahn, er müsste denke ich Ende der 1950er Jahre entstanden sein, in dem sie sich rühmt, Güter innerhalb von 24 Stunden Kreuz und Quer durch Deutschland befördern zu können. Mit den heutigen Möglichkeiten müsste es machbar sein, die 24 Stunden deutlich zu unterbieten. Stattdessen baut man die Infrastruktur der Bahn zurück und lässt tausende von LKW die Straßen zerstören, die Verkehrsteilnehmer gefährden und die Umwelt verschmutzen.
Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich wohne an einer viel befahrenen Bundesstraße und es rollt mir jedesmal die Fußnägel auf, wenn ich den LKW-Stau vor dem Zoll in Weil am Rhein sehe. Hüben wie drüben kilometerweite, teils zweispurige LKW-Staus!!!
Hätte ich etwas zu sagen, würden LKW nur in einem Umkreis von 50 km um ein Güterzentrum der Bahn verkehren um die Güter in die Fläche zu verteilen. Größere Firmen müssten einen Gleisanschluss bekommen. Gefahrgut auf der Straße würde nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt.
Diese Maßnahme würde Arbeitsplätze gefährden?
Sicherlich nicht, denn bei den Güterzentren der Bahn müssten auch Menschen beschäftigt werden. Diese wären jeden Tag zu Hause (wenn sie das nicht wollen können sie ja Lokführer werden), würden die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer wegen Lenkzeitüberschreitungen nicht gefährden und hätten geregeltere Arbeitszeiten. Meinen Sie nicht auch, dass das ein Plus für alle Beteiligten wäre?